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Sammelband "Jungen – Pädagogik" setzt neue Akzente in der genderpädagogischen Fachliteratur

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Ergebnisse aus der Bildungs- und Jugendforschung haben in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass Jungen und männlichen Heranwachsenden eine gesteigerte Aufmerksamkeit in der (Fach-) Öffentlichkeit entgegengebracht wird.

 In diesem Kontext hat ein Perspektivenwechsel in der Auseinandersetzung um Fragen der Geschlechtergerechtigkeit in Bildungsinstitutionen eingesetzt: Jungen werden in der medialen Berichterstattung und öffentlichen Debatte dargestellt als gesellschaftliche Verlierer und Benachteiligte gegenüber den Mädchen.

In diesem Band werden solche Verkürzungen aufgegriffen und es wird gefragt, was gute pädagogische Arbeit mit Jungen ausmacht und was von den Krisenszenarien zu halten ist, die gegenwärtig den Diskurs um die Situation von Jungen bestimmen.

Herausgeberinnen und Herausgeber

Doro-Thea Chwalek war bis September 2014 die Projektleitung der Bundesprojekte „Neue Wege für Jungs“ und „Boys’Day – Jungen-Zukunftstag“.

Miguel Diaz ist wissenschaftlicher Fachreferent und seit Oktober 2014 Leiter der Bundesprojekte „Neue Wege für Jungs“ und „Boys’Day – Jungen-Zukunftstag“.

Dr. Susann Fegter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/M.

Dr. Ulrike Graff ist Vertretungsprofessorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Bielefeld.

Aus dem Inhalt

1. Forschungsperspektiven

Jürgen Budde: Schule im Spannungsfeld von kultureller Passung, Habitus, Kapitalien und Schulkultur. Oder: Was kann Bourdieu zu einem Verständnis des Zusammenhang von Bildungs(miss)erfolgen und Geschlecht leisten?

Susann Fegter: »Oder müsste ihnen nur mal jemand richtig zuhören?« Eltern, Schule und Gesellschaft als Adressaten im Mediendiskurs um Jungen als (Bildungs-)Verlierer

Katharina Debus und Olaf Stuve: Müssen Jungen überlistet werden, um sich mit dem Thema Zukunft zu beschäftigen?

Marc Schulz: »Du schmeckst ganz schön salzig!« Selbstinszenierungen von Jungen in sozialpädagogischen Institutionen

Mike Younger: Single-sex teaching in co-educational schools: A panacea for raising achievement?

2. Theoretisch-konzeptionelle Zugänge

Ulrike Graff: Sonderangebot oder Notlösung? Zum Status geschlechtshomogener Pädagogik in der »reflexiven Koedukation«

Michael Drogand-Strud: »Normal- oder?« Genderpädagogik mit gemischtgeschlechtlichen Jugendgruppen

Mart Busche: Von Unterschieden, die einen Unterschied machen – Heterogenität als Herausforderung für die Jungenarbeit

Christine Biermann: Nachhaltige Schulentwicklung – das Beispiel »Geschlechterbewusste Pädagogik an der Laborschule Bielefeld«

3. Reflexionen zu Handlungsfeldern

Susanne Offen und Jens Schmidt: Lebensplanung, Politik und soziale Gerechtigkeit – Geschlechtersensible politische Bildung zwischen Träumen und prekären Verhältnissen

Sandro Dell’Anna: Gelingen – Misslingen – Alte Geschichten – Neue Versuche?« Jungenarbeit in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Marc Melcher: Geschlechtssensibles Mentoring im Projekt »Soziale Jungs«

Uli Boldt und Christoph Grote: »Weil wir Jungen sind!« – Jungenbezogene Genderkompetenzen in der Schule

Andreas Haase: Leistung und Erfolg bei Jungen – was braucht es, nicht nur schulisch …? Ein Blick aus England. Interview mit Mike Younger

171 Seiten | 29,95 Euro | ISBN 978-3-531-18416-6