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Zentrale Ergebnisse der Evaluation von Jungenangeboten - Befragungen 2006/2007

Im Auftrag von Neue Wege für Jungs hat das Forschungsinstitut Dissens e.V. im Jahr 2006 und 2007 unterschiedliche Jungenangebote evaluiert. Dabei wurden ca. 4.000 Jungen, die an Förderangeboten teilnahmen und ca. 550 daran beteiligter Frauen und Männer aus unterschiedlichen Institutionen, wie Schule, Verwaltung, Jungentreffs, mittels standardisierter Fragebögen befragt.
Im Folgendem finden Sie eine kleine Auswahl der Ergebnisse:

Die Befragung der Jungen

Die Erfahrungen, die die Jungen in den Schnupperpraktika und Projekten/Workshops gesammelt haben, wurden von einer deutlichen Mehrheit der Jungen sehr positiv bewertet.

  • 85% der Jungen, die an einem Projekt/Workshop teilnahmen, und 92%, die ein Schnupperpraktikum absolvierten, bewerteten die Teilnahme mit sehr gut oder gut.
  • 70% der Jungen würden im nächsten Jahr wieder an einem Projekt/Workshop teilnehmen und bei 57,1% der Jungen, die an einem Praktikum teilgenommen haben, ist das Interesse an der entsprechenden Tätigkeit gestiegen.
  • Ca. 70% der Jungen gaben an, dass sie es gut finden, für Männer noch „untypische” Berufe in einem Schnupperpraktikum kennen lernen zu können.
  • Gut ein Drittel der Jungen kann sich vorstellen, später in einem heute noch eher weiblich konnotierten Beruf zu arbeiten, zum Beispiel als Erzieher im Kindergarten.

Die Befragung der Unternehmen/Organisationen

Die Rückmeldungen der Beschäftigten, die mit den Jungen im Kontakt standen, waren durchgehend positiv. 2006 stuften nur ca. 3,2% der Befragten die Erfahrungen mit den Jungen als negativ ein, 2007 kein einziger. 2006 hinterließen 74,5% und 2007 sogar 80,1% der Jungen bei den Angestellten einen sehr motivierten und interessierten Eindruck. 76,1% (2006) und 73,8% (2007) der Unternehmen/Organisationen wollen auch im nächsten Jahr Jungen gezielt einladen, weitere 13,8% (2006) bzw. 19,9% (2007) sind noch unschlüssig und nur ca. 2,7% der Unternehmen/Organisationen verneinten in beiden Erhebungen die Frage, ob sie vorhaben, im nächsten Jahr erneut Jungen einzuladen.

Einschätzungen und Anregungen

Jungen, so der eindeutige Tenor der unterschiedlichen Erhebungsgruppen, sind zu wenig über „männeruntypische” Berufe informiert (65,8% Zustimmung). Die Motivation, Projekte und Angebote für Jungen durchzuführen, wird vor allem bei der Schulleitung und bei den Jungen als sehr hoch eingeschätzt. Weniger groß wird die Motivation hingegen bei den Lehrkräften und den Eltern gesehen. Je niedriger die Schulform, desto höher wird die Motivation der Jungen angenommen. Die Motivation der Lehrerinnen wird höher eingeschätzt als die der Lehrer. Die Motivation der Schulleitung und des Kollegiums wird an Realschulen und Gymnasien deutlich geringer eingeschätzt als an Haupt- und Gesamtschulen. Dieser Unterschied zeigt sich auch in der Vor- und Nachbereitung der Projekte und Praktika, die an Gymnasien und Realschulen deutlich geringer ausfällt.

"So gelingt aktive Jungenförderung - Bericht der wissenschaftlichen Begleitforschung"

Die Ergebnisse der Befragung wurden im 8. Band der Schriftenreihe des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. zusammengefasst. Der Text steht Ihnen hier zum kostenlosen Download im PDF-Format zur Verfügung:

Schriftenreihe Heft 8 So gelingt aktive Jungenförderung [591,47 kB]

Die Expertise „Neue Wege für Jungs?! Ein geschlechtsbezogener Blick auf die Situation von Jungen im Übergang Schule-Beruf” können Sie als Broschüre bestellen. Den Text können Sie auch kostenlos herunterladen (Pdf-Dokument):

Expertise Neue Wege für Jungs?! [1,91 MB]