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8. Netzwerktreffen vom 19. bis 20. November 2009 in Erfurt: „Hintergründe und pädagogische Ansätze in der Jungenförderung“

Spielrunde

"Hintergründe und pädagogische Ansätze in der Jungenförderung" - darum ging es beim 8. Neue Wege für Jungs - Netzwerktreffen vom 19. bis 21. November in Erfurt. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung des bundesweiten Vernetzungsprojekts Neue Wege für Jungs gefolgt.

Doro-Thea Chwalek, Projektleiterin Neue Wege für Jungs, und Miguel Diaz, wissenschaftlicher Fachreferent des Projekts, begrüßten die Netzwerkpartnerinnen und -partner, die von Passau bis Bremen, von Berlin bis Aachen zum Treffen im Erfurter Hotel Carat angereist waren.

Mit einem interessanten Einführungsvortrag von Dr. Jürgen Budde (Universität Halle) über "Jungen und Schule. Hintergründe und Ansätze zur Förderung von Jungen" begann die Tagung. Budde sprach über verschiedene Konzepte der Jungenförderung im Kontext der Diskussion um die Erweiterung von traditionellen Männlichkeitsbildern und fasste den aktuellen Forschungsstand zum Thema Jungen und Bildung zusammen. Er plädierte in diesem Zusammenhang für mehr Ressourcenorientierung in der Arbeit mit Jungen, das Hinterfragen von Männlichkeitskonzepten, für mehr Differenzierung statt von "den Jungen" zu sprechen und für die Entwicklung professioneller Standards für die Jungenförderung.

Anschließend fand ein intensiver Austausch der Netzwerkpartner und -partnerinnen über die jeweilige Situation vor Ort statt. Konsens aller war, dass "nur irgendwas mit Jungen zu machen" noch keine Jungenarbeit sei. Eine geschlechtergerechte Förderung von Jungen müsse immer auch die Reflexion des Männerbildes in unserer Gesellschaft beinhalten. Fachkräfte und Lehrpersonen täten gut daran, ihre Haltungen und Einstellungen immer wieder kritisch zu reflektieren, damit sie diese den Jungen nicht "überstülpen".



Im Neue Wege für Jungs- Netzwerk engagieren sich (Stand: November 09) 136 Initiativen aus ganz Deutschland, die praktische Erfahrungen in der Umsetzung von jungengerechte Angeboten zur Berufs- und Lebensplanung haben. Die regelmäßig angebotenen Netzwerktreffen bieten die einzigartige Gelegenheit, andere Aktive kennen zu lernen und Methoden und Projekte zu präsentieren und zu diskutieren.



Luis Teuber

Luis Teuber von goja

Am zweiten Tag des Treffens wurden in zwei parallel laufende Workshops über verschiedene Förderstrategien aus der Praxis der Jungenförderung präsentiert. Luis Teuber von der goja-Fachstelle für genderorientierte Jungenarbeit in München stellte unter dem Titel "Was Jungs miteinander verbindet und was sie unterscheidet" den Ansatz in seiner Einrichtung vor. Als Ziele von goja benannte er die Förderung von emotionaler Kompetenz, Rollenflexibilität und Genderbewusstsein bei Jungs und die Weiterentwicklung der Genderorientierung in den Einrichtungen der Jugendhilfe, Jugendsozialarbeit und in den Schulen.



Rolf Tiemann

Rolf Tiemann vom Bremer JungenBüro

Rolf Tiemann vom Bremer JungenBüro berichtete unter der Überschrift "Jungen sind vielfältig" über den Ansatz im Bremer JungenBüros, das Jungen und junge Männer, die sexuelle, körperliche oder seelische Gewalt erleben, ihre Angehörigen und Fachkräfte berät.



Katharina Debus

Katharina Debus von Dissens e. V.

Nach einer angeregten Diskussion über die Inhalte der Workshops und die gewonnenen Erkenntnisse über das eigene Handeln im Kontext von Jungenförderung präsentierte Katharina Debus von Dissens e. V. den Stand der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts Neue Wege für Jungs. Diese wird seit 2008 als Kooperation des Zentrums für Schul- und Bildungsforschung der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg und Dissens e.V. Berlin durchgeführt und hat eine Laufzeit vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2010. Untersucht wird dabei die Akzeptanz von Jungenangeboten in Schulen, befragt werden Lehrkräfte, MultiplikatorInnen und die Schüler selbst. (Weitere Informationen finden Sie hier.)

Christoph Damm

Christoph Damm

Auch Christoph Damm vom Kompetenzzentrum geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe LSA e.V., Magdeburg, sprach in seinem Vortrag "Pro Praxis - Sachsen Anhaltische Mädchen und Jungen auf dem Weg zu ihrer Berufsidee" über wissenschaftliche Ergebnisse einer Befragung unter Jugendlichen in Sachsen-Anhalt. In der Studie geht es darum, welche Bedürfnisse und Wünsche Mädchen und Jungen in der Berufsorientierung haben und welche Personen und Institutionen auf dem Weg zu ihrer Berufsidee zu welcher Zeit wichtig sind. (Weitere Informationen: www.berufsidee-lsa.de)







Mit einer Abschlussrunde und einem Ausblick auf kommende Aktivitäten des Netzwerks endete das Treffen. Das nächste Treffen ist bereits geplant. Im Januar soll es in Frankfurt um das Thema "Jungstag, Boys'Days und mehr..." gehen (genauere Informationen folgen in Kürze).



Die Hälfte der teilnehmenden NetzwerkpartnerInnen und --partner blieb noch bis zum Samstag in Erfurt, um ein besonderes Angebot des Service-Büros Neue Wege für Jungs wahrzunehmen. In einem Presseworkshop mit den Referentinnen Carmen Sorgler, Elisabeth Ehrhorn (PFIFF-PresseFrauen, Frankfurt) lernten sie die Basics guter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kennen.





Eine umfangreiche Dokumentation des 8. Neue Wege für Jungs-Netzwerktreffens steht Ihnen hier zur Verfügung:

Doku Netzwerktreffen Erfurt 2009 [6,08 MB]






Stuhlkreis
Blick in den Saal (Publikum)